Sunday, October 21, 2007

Das heutige Evangelium

Lukas 18,1-8:
    Jesus sagte ihnen durch ein Gleichnis, daß sie allezeit beten und darin nicht nachlassen sollten:

    In einer Stadt lebte ein Richter, der Gott nicht fürchtete und auf keinen Menschen Rücksicht nahm.

    In der gleichen Stadt lebte auch eine Witwe, die immer wieder zu ihm kam und sagte: Verschaff mir Recht gegen meinen Feind! Lange wollte er nichts davon wissen. Dann aber sagte er sich: Ich fürchte zwar Gott nicht und nehme auch auf keinen Menschen Rücksicht; trotzdem will ich dieser Witwe zu ihrem Recht verhelfen, denn sie läßt mich nicht in Ruhe. Sonst kommt sie am Ende noch und schlägt mich ins Gesicht.

    Und der Herr fügte hinzu: Bedenkt, was der ungerechte Richter sagt. Sollte Gott seinen Auserwählten, die Tag und Nacht zu ihm schreien, nicht zu ihrem Recht verhelfen, sondern zögern? Ich sage euch: Er wird ihnen unverzüglich ihr Recht verschaffen. Wird jedoch der Menschensohn, wenn er kommt, auf der Erde (noch) Glauben vorfinden?
Als ich jüger war mußte ich immer grinsen, wenn ich mit vorstellte,wie ein altes Mütterchen zu einem abgebrühten und harten Richter kommt und ihm mal eben kräftig eine einschenkt, weil er wochen- oder monatelang nicht auf ihre Bitten gehört hat. Ich verstand natürlich auch damals schon, daß es mit Gott so nicht funktioniert.

Oder nicht direkt.

Denn mit jeder Sünde, die wir begehen, verletzen wir nicht nur uns, sondern auch Christus, der ja sowohl Tod und Sünde besiegt hat. Wenn wir beten und nicht sogleich erhört werden und uns dann aus Ungeduld, aus Wut, aus einem unbestimmten Rachegefühl oder auch, weil wir denken, daß wir das alles schon irgendwie alleine schaffen, zur Sünde herablassen, so schlagen wir damit auch Christus ins Gesicht. Und das ist nicht gut. Wir werden dann zu Adam und zur Schlange in einer Person. Wir gehorchen nicht und rechtfertigen uns im gleichen Atemzug: "Nein, keine Panik, du wirst schon nicht sterben." Und was daraus wurde, das weiß vielleicht noch der Ein oder Andere.

Wenn wir bitten, wird Gott geben. Das hat der Herr uns versprochen und das habe nicht nur ich in meinem Leben mehr als einmal erfahren dürfen. Man braucht manchmal ein wenig Geduld, man muß manchmal die Dinge richtig interpretieren. Was man aber immer braucht ist Glauben. Dann fallen einem die Dinge, um die man bat, oft mit rosa Schleifchen umwickelt direkt vor die Füße. Je weniger Glauben, desto weniger Gebete. Je weniger Gebete, desto seltener zeigt sich die helfende Hand Gottes. Sagt nicht: "Ey, erst mal ein Wunder, und dann schauen wir mal mit dem Beten und dem Kirchgang und der Beichte und so." Glaubt an Gott, vertraut auf Gott und bittet Gott. Dann wird Euch gegeben.

Alles Liebe,
Alipius

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